Folge 21- Das Ehrenamt des Monats Oktober

Shownotes

In Folge 21 von „Rhein gehört“, dem Podcast der Stadt Rheinbach, spricht Hendrikje Krancke mit Peter Kempf. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Eifel- und Heimatvereins Rheinbach, Wanderführer und engagiert sich besonders für Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien. Als Ehrenamt des Monats Oktober berichtet er über seinen Weg in den Verein und die Aufgaben, die er dort übernommen hat. Seine Verbindung zum Eifel- und Heimatverein entstand zunächst durch Familienwanderwochenenden. Mit Blick auf seine spätere Pensionierung wollte Peter Kempf selbst als Wanderführer aktiv werden. Heute plant und begleitet er Wanderungen und organisiert unter anderem Wanderwochenenden für Familien und Paare. Dabei gehören die Auswahl der Strecken, das Vorwandern und die Organisation von Unterkünften zu seinen Aufgaben. Das Angebot des Vereins geht über klassische Wanderungen hinaus. „Wald und Café“, regelmäßige Donnerstagswanderungen, Spieleabende, Aktionstage und das jährliche Bolskoppfest gehören ebenso dazu. Viele Angebote können auch von Gästen besucht werden, ohne zuvor Mitglied im Verein zu sein. Ein weiterer Schwerpunkt sind Aktivitäten für Kinder, Jugendliche und Familien. Dazu zählen beispielsweise Outdoor-Spiele und gemeinsame Ausflüge. Im Gespräch geht es auch um die Frage, wie sich Freizeitgewohnheiten verändern und wie Vereine jüngere Menschen erreichen können. Peter Kempf beschreibt gemeinsame Erlebnisse als wichtigen Bestandteil der Vereinsarbeit. Wandern lässt sich dabei auch mit neuen Elementen wie Geocaching verbinden. Geschichte spielt auf seinen Touren ebenfalls eine Rolle. Der Römerkanal-Wanderweg, Burgruinen oder Spuren aus keltischer Zeit können Teil einer Wanderung werden. Für Rheinbach nennt Peter Kempf insbesondere den Stadtwald sowie historische Orte in der Innenstadt. Auch der Begriff Heimat bleibt für ihn aktuell. Entscheidend für die Zukunft der Vereinsarbeit seien Menschen, die Angebote gestalten, Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit anderen aktiv werden.
In dieser Folge erfahren Sie:
✅ wie Peter Kempf zum Eifel- und Heimatverein Rheinbach gekommen ist
✅ welche Aufgaben er als Wanderführer und stellvertretender Vorsitzender übernimmt
✅ wie Wanderungen und Wanderwochenenden vorbereitet werden
✅ was hinter dem Angebot „Wald und Café“ steckt
✅ welche weiteren Aktivitäten der Verein neben dem Wandern anbietet
✅ welche Angebote sich an Kinder, Jugendliche und Familien richten
✅ wie Wandern mit Angeboten wie Geocaching verbunden werden kann
✅ welche Rolle Geschichte und historische Orte bei Wanderungen spielen
✅ welche Orte Peter Kempf bei einem Rundgang durch Rheinbach zeigen würde
✅ was aus seiner Sicht für die Zukunft der Vereinsarbeit wichtig ist

Transkript anzeigen

00:00:00: Intro/Outro: Reingehört. Der Podcast der Stadt Rheinbach heute mit Hendrikje Kranke. Viel Spaß beim Reinhören.

00:00:24: Krancke: Herzlich willkommen zu reingehört dem Podcast der Stadt Rheinbach. Was macht einen Ort zur Heimat und welche Rolle spielen Gemeinschaft und Ehrenamt dabei? Darüber spreche ich heute mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Eifel und Heimatvereins Rheinbach, einem Wanderführer und engagierten Rheinbacher. Es geht um die Wege von da nach Rheinbach, um Wandern, um Vereinsleben und um die Frage, warum ihm die Arbeit mit Jugend und Familien besonders am Herzen liegt. Es ist das Ehrenamt des Monats Oktober, und ich begrüße Peter Kemp. Herzlich willkommen.

00:01:01: Kempf: Schönen guten Tag.

00:01:03: Krancke: Sie sind geboren in Dahn, im Pfälzerwald. Und heute liegt Ihr Lebensmittelpunkt in Rheinbach. Beruflich sind Sie als Soldat im Kommando IT Service der Bundeswehr in Rheinbach tätig. Und im Ehrenamt sind Ihnen Gemeinschaft, Geselligkeit sowie die Pflege von Brauchtum, Tradition und Heimat besonders wichtig.

00:01:26: Kempf: Korrekt.

00:01:26: Krancke: Wenn Sie gerade nicht unterwegs sind, dürfen Krimis und Arthausfilme gerne dazugehören.

00:01:32: Kempf: Immer. Immer. Am besten im Sommerkino.

00:01:36: Krancke: A jeden Abend.

00:01:38: Kempf: Äh. Leider nicht hier in Rheinbach. Kino ist auch das Einzige, was mir an Rheinbach so ein bisschen fehlt. Aber Filme schauen ist schon ein schöner Zeitvertreib für mich. Wenn dann mal Zeit ist.

00:01:50: Krancke: Und Sommerkino Rheinbach.

00:01:52: Kempf: Geht. Aber auch da sind wir immer dabei. Also da bin ich Gott sei Dank nicht alleine. Auch meine Frau geht da sehr gerne mit und auch Freunde und Bekannte. Es macht sehr viel Spaß. Stefan Räthe sei Dank und den Kameraden.

00:02:03: Krancke: Es ist ein.

00:02:03: Kempf: Gruß von der Bürgerstiftung.

00:02:04: Krancke: Großes Team, die da ehrenamtlich stemmen. Ja, ja, der klassische Marathon. Beim Reingehört ist auch eine kleine Wanderung durch die Entweder oder Fragen. Ich starte. Herr Kempf, gerne Pfälzerwald oder Eifel.

00:02:20: Kempf: Speyer, Pfälzerwald.

00:02:22: Krancke: Frühling oder Herbst? Lieber Herbst am frühen Morgen Oder lieber in den Abend wandern?

00:02:29: Kempf: Oder. Auch lieber früh aufstehen.

00:02:33: Krancke: Bergauf oder bergab.

00:02:35: Kempf: Lieber bergab. Das ist besser für die Knochen.

00:02:39: Krancke: Gipfel.

00:02:39: Kempf: Entschuldigung. Bergauf? Natürlich. Für die Knochen. Ja.

00:02:43: Krancke: Gipfel erreichen oder? Der Weg ist das Ziel.

00:02:46: Kempf: Der Weg ist das Ziel.

00:02:47: Krancke: Wanderkarte oder App.

00:02:50: Kempf: Heute mehr App.

00:02:52: Krancke: Wanderungen genau planen oder einfach loslaufen.

00:02:55: Kempf: Lieber etwas planen, damit man weiß, wo man hin will.

00:03:00: Krancke: Kinder vorneweg oder Wanderführer vorneweg.

00:03:04: Kempf: Eher die Kinder vorneweg. Die sind schneller. Aber im Auge behalten.

00:03:07: Krancke: Die muss man ja wieder zurückholen.

00:03:09: Kempf: Das ist richtig.

00:03:11: Krancke: Ruhe im Wald oder gute Gespräche unterwegs, gute Gespräche, Picknick aus dem Rucksack oder Einkehr?

00:03:18: Kempf: Sowohl als auch. Aber den Rucksack immer dabei.

00:03:21: Krancke: Also eigentlich mehr Einkehr als Wandern oder?

00:03:24: Kempf: Die Einkehr gehört für mich eigentlich zumindest ans Ende der Wanderung als lohnendes Ziel mit dazu. Aber natürlich unterwegs. Eigentlich mit dem, mit dem, was man dabei hat. Ja.

00:03:35: Krancke: Ja, Wanderschuhe oder Hausschuhe, Wanderschuhe, Stadtpark oder Hexenturm.

00:03:41: Kempf: Lieber den Stadtpark. Hexenturm ist ganz schön eng.

00:03:44: Krancke: Geschichte erzählen oder Geschichte. zuhören.

00:03:48: Kempf: Ich erzähle gerne.

00:03:51: Krancke: Mittelalter oder Zeitgeschichte.

00:03:53: Kempf: Zeitgeschichte.

00:03:54: Krancke: Tradition bewahren oder Neues ausprobieren.

00:03:59: Kempf: Tradition bewahren ist schon so ein Motto.

00:04:03: Krancke: Angenommen, Sie hätten morgen einen ganzen Tag frei. Gutes Wetter und die Wanderschuhe stehen bereit. Wo würde es Sie hinziehen? Und mit wem?

00:04:13: Kempf: Also von hier aus auf jeden Fall in die schöne Eifel. Sie hat sehr viel zu bieten und mit Freunden und Familie ist immer gerne genommen.

00:04:26: Krancke: Sie waren ja zunächst viele Jahre Mitglied im Eifel und Heimatverein, bevor Sie selbst ein Ehrenamt übernommen haben. Was hat Sie dazu bewegt, sich stärker einzubringen?

00:04:39: Kempf: Also die Mitgliedschaft im Eifelverein ist ja über die Familienwanderwochenende, über Elke Beuys und Adolf Beuys quasi gekommen und auch um Anschluss zu finden. Das heißt, der Verein war mir so schon ans Herz gewachsen. Und mit Blick auf die Pensionierung war dann auch die Idee, quasi als als Wanderführer das auch so ein bisschen zu institutionalisieren. Eigentlich geboren und wollte damit eigentlich vor meiner Pensionierung auch ich will mal so sagen zeitgerecht anfangen. Das ist jetzt in den Vorstand gegangen ist und zum stellvertretenden Vorsitzenden geworden ist. Das war eigentlich Beifang.

00:05:21: Krancke: Ziel war ja meistens von keinem geplant.

00:05:25: Kempf: Das ist eher so gekommen. Genau richtig.

00:05:27: Krancke: Ja, und was sind da Ihre konkreten Aufgaben? Also planen Sie auch Wanderungen selber oder gehen Sie bei jeder Wanderung mit? Oder wie sieht das konkret aus?

00:05:37: Kempf: Also ich gehe gerne bei Wanderungen auch mit. Leider schaffe ich das zu wenig. Ich bin als Wanderführer hier auch mit dabei und biete in der Regel zwei bis drei Wanderungen in unserer Ortsgruppe auch selber an und ich organisiere zusammen mit Vera ein Familienwanderwochenende. Das war jetzt gerade vor zwei Wochen und auch ein Wanderwochenende für für Paare. Das war im Juni. Da waren wir auch wieder in der Eifel. Das sind so die Sachen, die ich als Wanderführer quasi vorbereite, dann auch die entsprechenden Strecken raussuche, Vorwandere. Bei den Wanderwochenenden dann auch mit den Unterkünften alles soweit organisieren und dann eben auch mit den Menschen, die sich anmelden, dann auch durchführe.

00:06:22: Krancke: Und das geht dann in Autos erst mal in Fahrgemeinschaften an den Ort oder wie läuft das?

00:06:29: Kempf: Also hier bei uns haben wir, ich sage jetzt mal zwei Varianten. Wir haben mit Wald und Cafe und mit den Donnerstagswanderungen Wanderungen, die hier in Rheinbach starten und auch wieder enden und mit den Sonntagswanderungen von unserm Hauptverein haben wir Touren, die hier am Himmelroder Hof starten und dann meistens in Fahrgemeinschaften in Richtung Eifel oder auch Siebengebirge eben zu den Einstiegspunkten für die Wanderung eben hinfahren. Bei den Wanderwochenenden haben wir meistens eine Unterkunft. Jetzt war letzte Woche zum Beispiel die Wanderwoche mit dem deutsch deutsch französischen Patenschaftsverein in Dahn in meiner alten Heimat. Da der Wald dort wird eben mit mit auch mit Fahrgemeinschaften, wenn irgend möglich eben das Ziel angefahren und von dort aus Wanderungen unternommen.

00:07:21: Krancke: Und was sagten Sie gerade? Wald und Cafe.

00:07:24: Kempf: Wald und Cafe ist ein Angebot bei uns. Ein sehr gut angenommenes Angebot. Jetzt seit fast zwei Jahren von den Wanderführerinnen Birgit Schlehdorn und Helmut Schaaf. Dort wird am Eifelhaus dienstags nachmittags um drei quasi eine kleine Wanderung angeboten, in der Regel eine Stunde ums Eifel Haus herum sind ja wunderschöne Strecken und ein Teil der Gruppe bleibt am Eifelhaus und organisiert da sozusagen den zweiten Teil. Wenn dann nämlich die Wandernden zurückkommen, da sie sich zum Eifel Haus eingedeckt. Es gibt Kaffee und Kuchen, die Damen auch immer ein Gläschen Sekt. Also die lassen sich da wirklich gut gehen. Und das ist wirklich gut besucht und ist eine richtig schöne Truppe.

00:08:06: Krancke: Jeden Dienstag Nachmittag.

00:08:08: Kempf: Also fast jeden Dienstag Nachmittag. Ja, letzte Woche zum Beispiel wegen der Wanderwoche halt leider nicht. Aber ansonsten treffen die sich regelmäßig Doch. Ja.

00:08:17: Krancke: Mhm. Und wie viel sind das dann so?

00:08:19: Kempf: Also ich würde mal sagen zwanzig plus, wenn es besondere Veranstaltungen gibt. Wenn Brigitte was besonderes vorbereitet hat, dann werden das auch schon mal dreißig fünf und dreißig plus. Also diese Gruppen sind wirklich gut besucht. Auch die Donnerstags Wandergruppe bewegt sich auch eher im Zahlenraum zwanzig fünf und zwanzig dreißig Personen, die sich dort jeden Donnerstag treffen und dann bei Donnerstagswanderungen in der Regel für zwei, zweieinhalb Stunden im Rheinbacher Wald unterwegs sind. Das sind halt lokale Wanderwege, die da genutzt werden, aber halt immer mit unterschiedlichen Strecken und unterschiedlichen Zielen. Also sehr abwechslungsreich. Und wie gesagt, wie unsere Sonntagswanderung. Gästewanderungen darf jeder vorbeikommen. Man muss nicht erst Mitglied werden, um bei uns vorbei.

00:09:09: Krancke: Das wollte ich nämlich gerade fragen.

00:09:10: Kempf: Das gilt auch für die Wanderjugend. Da kann man auch viele Sachen mitmachen, ohne dass man Mitglied ist.

00:09:16: Krancke: Ja, genau das. Der Name Eifel und Heimatverein lässt ja auch zunächst an wandern. Vor allem denken aber geht ja noch deutlich darüber hinaus in seinem Angebot.

00:09:29: Kempf: Das ist auch.

00:09:30: Krancke: Vor allem was die Jugend.

00:09:31: Kempf: Angeht, mehr als Wandern. Ja, Wandern ist schon ein Wesensinhalt unseres Vereins. Aber die Angebote sind wirklich sehr, sehr vielfältig. Von ich sage jetzt mal Spieleabenden von, ähm, auch Aktionstagen an unserem Eifelhaus, dann auch die Unterstützung bei Stadtfesten oder unser Bolskopp fest als ich sage jetzt mal Familienfest auch organisiert.

00:09:55: Krancke: Das ist einmal im Jahr, das.

00:09:56: Kempf: Ist einmal im Jahr richtig genau zu Christi Himmelfahrt.

00:10:00: Krancke: Und dann wird wahrscheinlich hin gewandert.

00:10:02: Kempf: Da wird natürlich auch hin gewandert. Es gibt natürlich auch die Option, relativ nahe anzufahren für Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. Und insgesamt wird das wirklich sehr gut angenommen, auch von von Menschen, die dann nicht mit unseren Wanderungen gehen, sondern einfach wissen, dass wir da sind.

00:10:19: Krancke: Und das genießen. Genau.

00:10:20: Kempf: Das Fest genießen und zu Vatertag rüsen. Da oben gibt es Kaffee und Kuchen, Erbseneintopf und Würstchen. Da gibt es gute Unterhaltung. Und ja, da kann man hingehen.

00:10:29: Krancke: Und die Spieleabende. Was? Was ist das? Das ist für Jugendliche wahrscheinlich.

00:10:34: Kempf: Die Spieleabende. Ist jetzt nicht für eine konkrete Altersgruppe. Also es geht für alle Menschen von Jung bis alt, die gerne Gesellschaftsspiele, Brettspiele oder Kartenspiele miteinander spielen wollen. Und ich sage jetzt mal in der Regel alle sechs bis acht Wochen bei uns im Eifelhaus oder in Kooperation mit den Burg und Stadtführern auch im Hexenturm. Sehr besondere Location im Sommer, Sommer, Hexenturm und im Winter dann nächstes Jahr bei uns im Eifelhaus. Aber wie gesagt, für jeden, der vor allen Dingen gerne mit anderen spielt.

00:11:10: Krancke: Ja, ja, toll. Sie arbeiten ja viel mit Familien. Wenn ich jetzt dieses ganze Programm höre. Das hat sich. Ja, oder? Ja. Wie hat sich das? Die haben sich die Familien und ihre Vorstellungen letztlich von gemeinsamer Freizeit aus Ihrer Sicht verändert? Da ist ja, In den letzten Jahren gibt es ja schon eine Veränderung im Freizeitvergnügen, was Familien so sich aussuchen oder kommen die regelmäßig dazu? Ist das überhaupt noch gefragt bei den Jugendlichen heute oder was muss? Wie sehr müssen sie sich anstrengen, um die Jugendlichen zu ziehen?

00:11:50: Kempf: Also wir haben leider keine, ich sage jetzt mal regelmäßige Jugendgruppenarbeit, wie es zum Beispiel hier andere Jugendverbände, unsere Söhne zum Beispiel waren bei den Pfadfindern oder bei der KJG. Das gibt es nicht bei uns. Wir haben Angebote für Kinder und Jugendliche abgestuft. Zum Beispiel jetzt im Ausgang von den Sommerferien hatten wir ein Outdoor Game Nachmittag, wo dann die Kinder praktisch im Eifelhaus und ums Eifel Haus herum Spiele hatten und dann zum Schluss eben noch als Abschluss noch zusammen gegrillt wurde. Ich denke für Kinder und Jugendliche und und Familien insbesondere ist immer wichtig, dass es ein Angebot gibt, das eben für die jeweilige Lebenssituation passt. Und was ich sag jetzt mal für uns als Verein und für andere Vereine wohl auch schwieriger ist, ist, dass man es schwerer hat, eine Art ich sage jetzt mal Stammkundschaft zu haben, von dem man eben weiß, die sind immer da. Das ist immer schwierig abzuschätzen, ob das Angebot jetzt in dem Moment gerade passt oder nicht. Ähm, zum Beispiel jetzt letztes Jahr, unser Familienwanderwochenende, waren insgesamt nur drei Familien dabei. Dieses Jahr waren wir mit fünf Familien und über zwanzig Personen unterwegs. Und ich denke, da ist es wichtig, dass man eben früh genug die Information streut und dann auch die jeweiligen Menschen hoffentlich gewinnt, die dann da mit dabei sind und gerne mitmachen würden.

00:13:31: Krancke: Ja, wobei ich es mir wirklich schwierig vorstelle, denn wenn man so den Zeitgeist beobachtet. Also ich singe selber im Kirchenchor. Ich werde auch angeguckt, wie du singst, im Kirchenchor oder wenn man dann sagt Heimat. Eifelverein. Wandern gilt dann alles gleich sehr schnell als verstaubt. Erleben Sie das auch so?

00:13:53: Kempf: Zunächst ja. Wenn man dann endlich unterwegs ist, merkt man ganz schnell, dass das mit verstaubt sein nichts zu tun hat. Bzw. Dass das, was die Menschen vor Jahrzehnten schon immer zum Wandern bewegt hat, nämlich rauszukommen, gemeinsam rauszukommen und sich gemeinsam an dieser wunderschönen Natur zu erfreuen. Dass das nicht angestaubt ist, sondern dass das richtig Spaß macht. Also jetzt unser Familienwanderwochenende auch mit den jüngsten ähm war waren schöne Touren, selbst für den Hund, den wir dieses Jahr zum Ersten Mal dabei hatten.

00:14:28: Krancke: Ja, das sind auch Erinnerungen, die bleiben. Also meine Kinder mussten früher auch immer mit. Und als sie klein waren, da hatten wir dann auch einen Hund. Immer geliehen von der Nachbarin, damit die Begeisterung da war. Aber das ist das, wovon die heute vor allem auch reden. Das war schon. Und also ich selber merke es auch, wenn man rausgeht in den Wald, man kommt anders wieder.

00:14:47: Kempf: Und es ist wirklich etwas anderes, ob man als einzelne Familie mit seinen Kindern unterwegs ist oder in einem Wild Bunch. Weil die Kinder dann quasi sich selber tragen. Das ist einfach ganz schnell. Ja, ja.

00:15:01: Krancke: Ja, ja, die Zeit. Also ich. Ich stelle es mir eben nur schwierig vor, weil man ja die Studien geben. Die Kinder wissen nicht mehr, wie man ein Buch aufschlägt, weil man drüber wischt. Und wandern ist eben. Wobei, seit Corona hat sich glaube ich auch noch mal was getan. Die Leute gehen wieder mehr raus.

00:15:16: Kempf: Das ist richtig. Und ich sage mal so man kann das Wandern auch mit Geocachen und so Sachen auch verbinden. Dann verbindet man sozusagen das Beste aus zwei Welten, weil das wird ja auch teilweise auch elektronisch unterstützt gemacht und letztendlich ist man aber trotzdem gemeinsam unterwegs, kann sich auch mal andere Sachen ansehen und findet auch neue Sachen heraus. Das ist das Wesentliche, denke ich.

00:15:41: Krancke: Ja, und das ist ja schon toll, denn. Also ich habe das auch beobachtet, das Programm vom vom Eifelverein, das wandelt sich ja schon sehr. Und ich glaube, es ist auch wichtig, mit der Zeit zu gehen. Auch weil das Freizeitangebot für Familien ja riesig ist und die ja die Begeisterung zu wecken und zu halten auch ist, ist schon schwierig. Also, ähm.

00:16:06: Kempf: Ja, also wir sind da gut unterwegs. Wir hatten jetzt zum Beispiel zum Ersten Mal eine Tagestour veranstaltet nach Oberhausen, hat sich gerade angeboten, in die Ausstellung Mythos Wald von hier, von hier aus. Ja, wir haben uns praktisch. Wir haben natürlich erst mal gefragt, ob genug Leute Interesse hatten. Das konnte man nicht so aufs Blaue raus planen, haben dann einen Bus organisiert und sind dann.

00:16:28: Krancke: Ich dachte, Sie wären nach Oberhausen gewandert.

00:16:31: Kempf: Nein, nein, nein, nein. Mehr als wandern. Nein. Es war eine Tagestour, verbunden mit einem Bus. Wir haben dort die Ausstellung gehabt, die für Jung und Alt wirklich gigantisch war. Also, ich war wirklich geplättet. Ich war zum Ersten Mal dort. Stefan Reitz hat mir schon erzählt. Der ist wohl auch mit dabei gewesen mit seiner Frau. Fahr da ruhig hin, das lohnt sich immer. Und er hat Recht. Und nach der Ausstellung sind wir aber noch ein Stückchen dann gewandert, spaziert in den nahegelegenen Park und hatten da auch wieder Sachen für die Kinder, Sachen für die Erwachsenen und eine schöne Zeit zusammen. Das ist das Wesentliche. Und sind alle gesund und munter wieder zurückgekommen mit dem Auftrag, uns für nächstes Jahr auch wieder sowas einfallen zu lassen, wo wir auch wieder nach Möglichkeit generationenübergreifend gemeinsam uns für einen Tag unterwegs sein lassen.

00:17:23: Krancke: Wahrscheinlich ein Rezept. Ja, Sie interessieren sich ja selbst auch sehr für Geschichte.

00:17:30: Kempf: Ja.

00:17:31: Krancke: Welche Rolle spielen Geschichte oder Orte und ihre Vergangenheit bei Ihren Wanderungen?

00:17:37: Kempf: Ich versuche, je nachdem, wo die Wanderung hingeht, solche Punkte immer aufzunehmen, mit aufzugreifen und mit anzusprechen, weil ich denke, es ist sehr wichtig, sich in seiner Umgebung auch gewahr zu machen, dass man nicht der Erste ist, der hier ist, sondern dass viele, viele andere vor uns da waren. Jetzt hier bei uns zum Beispiel mit dem Römerkanal Wanderweg oder jetzt beim Familienwanderwochenende mit Hinterlassenschaften sogar aus keltischer Zeit natürlich die eine oder andere Burgruine hier oder bei uns zu Hause in Tanna Felsenland, jede Menge Burgruine. Das hat mich immer bewegt, das hat mich immer interessiert. Und das versuche ich auch gerne immer bei meinen Wanderungen an Jung und Alt auch ein bisschen weiterzugeben. Hoffentlich interessant genug, damit es auch hängenbleibt.

00:18:25: Krancke: Ja, ja, wenn Sie Rheinbach zu Fuß vorstellen sollten, die Stadt, welche Orte oder Wege würden dabei eine besondere Rolle spielen?

00:18:36: Kempf: Also ich würde auf jeden Fall den den Stadtwald natürlich mit einbauen, weil es etwas besonderes ist, finde ich. Hier in Rheinbach. Und wir haben natürlich mit unserer Innenstadt, mit unseren, ich sage jetzt mal mittelalterlichen Punkten und seines schönen, ich sage jetzt mal mittelalterlich gestalteten Stadtbild natürlich schon ein Pfund, das man auch wirklich zeigen kann.

00:18:57: Krancke: Und was genau also würden Sie eingehen?

00:19:00: Kempf: Also ich würde natürlich in der Innenstadt die markanten Punkte Hexenturm, der ja eigentlich nicht so genannt werden sollte, sondern Bergfried, Kahlenturm und was im Turm natürlich ansprechen und die die schönen Fachwerkgebäude vor allen Dingen auch in unserer Hauptstraße ansprechen. Das wäre ein Punkt. Und in Bezug auf unseren Stadtwald halt die Möglichkeit, wirklich ortsnah dieses Waldfeeling quasi ohne große, lange Anmarschwege quasi vor der Haustür schon erleben zu können.

00:19:34: Krancke: Ja, und das verzweigt sich ja auch alles richtig. Man staunt immer wieder, als wir hier neu zugezogen waren. Damals habe ich immer gestaunt, wo man plötzlich wieder rauskommt und schon beim nächsten Ort ist.

00:19:46: Kempf: Also und man hat natürlich Möglichkeiten mit dem Römerkanal Wanderweg dann auch nach links und rechts auch gleich auf großen Wanderwegen dann weiterschauen und weiterwandern zu können.

00:19:59: Krancke: Ja, also Gemeinschaft und Brauchtum und Tradition und Heimat sind Ihnen ja wichtig. Sie haben drei Söhne. Welche Begriffe, glauben Sie, spielen für die jüngere Generation noch eine Rolle heutzutage? Wobei die Söhne natürlich auch durch sie geprägt sind. Das macht ja schon was aus. Aber sie haben ja dann auch Kontakt zu und auch als Jugendbeauftragter, der Sie ja auch mit als stellvertretender Vorsitzender sind. Das Thema ist ja mit dabei haben Sie ja viel Kontakt zu der nächsten Generation.

00:20:30: Kempf: Also ich würde den Begriff Heimat bei unserer Jugend nicht abschreiben. Ich glaube, das ist den vielleicht würden Sie es nicht Heimat nennen, sondern eher zu Hause, aber das ist denen schon durchaus wichtiger. Sie kommen immer gerne nach Hause, weil da eben Familie und vor allen Dingen Freunde sind und sie auch immer noch ihre Kontakte in ihre, in ihre Jugendverbände und Bereiche auch halten. Also das stellen wir schon fest. Und ich glaube, zumindest für unsere drei gilt das auf jeden Fall. Rheinbach ist, auch wenn sie woanders geboren und aufgewachsen sind, einen Großteil ihres Lebens ist Heimat geworden.

00:21:10: Speaker 4: Mhm hm.

00:21:13: Krancke: Wenn Sie jetzt ein paar Jahre vorausblicken, was muss, sollte, darf der Verein beibehalten, sich entwickeln, um damit Jugendliche und Familien und jüngere Menschen weiterhin noch gerne mitmachen und und im Wald dabeibleiben.

00:21:38: Kempf: Also ich denke, es ist vor allen Dingen wichtig, dass wir Möglichkeiten schaffen, dass auch jüngere Menschen dieses Erlebnis haben können. Mit den Angeboten, die wir jetzt gestalten, damit wir Menschen finden, die bereit sind, das aufzunehmen und quasi auch andere Angebote vielleicht aber fortführend Angebote dann in Zukunft auch zu organisieren und durchzuführen. Ohne Menschen, die bereit sind, das für andere Menschen und mit anderen Menschen zu tun, wird es das nicht geben. Und ich denke, das ist das Wesentliche in allen Vereinen und Verbänden, eben das, was Wesenskern ist eben erleb und gestaltbar zu machen. Da muss man dran arbeiten.

00:22:24: Krancke: Und letztlich dafür begeistern.

00:22:26: Kempf: Das ist richtig. Die Menschen finden, die da bereit sind mit anzupacken. Und ja, das versuchen wir. Da bin ich auch nicht allein. Gott sei Dank im Verein mit dem Vorstand und auch mit den Teilnehmern in unserer Wanderjugend. Ein Angebot zu machen, dass eben von Familien und Jugendlichen und Kindern angenommen wird und dann auf dem Weg eben auch Menschen zu finden, die damit anpacken wollen und mitmachen.

00:22:53: Speaker 4: Ja, schön.

00:22:56: Krancke: Letzte Frage, die mir noch einfällt. Als Wanderführer kennen Sie ja sicher den meist gesagten Satz. Wie weit ist es noch? Oder Wann sind wir da? Gibt es noch einen anderen, den Sie öfter mal hören?

00:23:12: Kempf: Ich höre manchmal von meiner Frau. Ist das noch der richtige Weg, auf dem wir hier laufen? Weil ich schon mal zur ich sage jetzt mal Improvisation neige und auch mal von meinen selbstvorgewanderten Touren, weil mir jetzt gerade einfällt, dass da drüben vielleicht doch noch eine schöne Ecke ist und wir ja gut unterwegs sind, man noch einen Schlenker mehr einbauen könnte. Ähm, also das ist schon etwas, was ich manchmal höre ist Sind wir noch auf dem richtigen Weg?

00:23:42: Krancke: Platz zwei?

00:23:43: Kempf: Ja, genau. Richtig.

00:23:44: Krancke: Ja. Ja. Schön. Vielen Dank, Herr Kempf, dass Sie da waren.

00:23:48: Kempf: Ich bedanke mich.

00:23:49: Krancke: Und ja, alles Gute.

00:23:51: Kempf: Ja, danke.

00:23:56: Intro/Outro: Das war reingehört, der Podcast der Stadt Rheinbach. Seien Sie gespannt auf die nächsten Folgen.

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