Folge 17 - Aus Wunden werden Wege.
Shownotes
Warum engagiert sich ein ehemaliger Bürgermeister nach seiner Amtszeit weiterhin mit großem Einsatz für seine Stadt? Und weshalb führt ihn dieses Engagement regelmäßig nach Verdun, an einen der bedeutendsten Erinnerungsorte des Ersten Weltkriegs?
In dieser Folge von „Rhein gehört“ ist der ehemalige Bürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Rheinbach, Stefan Raetz, zu Gast. Im Gespräch berichtet er von seiner langjährigen Tätigkeit als Bürgermeister, den prägenden Begegnungen mit Menschen sowie den Erfahrungen aus Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie, der Flutkatastrophe und der Aufnahme geflüchteter Menschen. Dabei wird deutlich, welche Bedeutung Zusammenhalt und ehrenamtliches Engagement für eine Stadtgesellschaft haben.
Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die Partnerschaft des Friedens zwischen Rheinbach sowie den französischen Gemeinden Douaumont-Vaux. Anders als klassische Städtepartnerschaften basiert sie nicht auf wirtschaftlichem oder touristischem Austausch, sondern auf der gemeinsamen Erinnerung an Krieg und Frieden. Ziel ist es, insbesondere jungen Menschen die Folgen des Ersten Weltkriegs an historischen Orten wie Verdun nahezubringen und dadurch das Bewusstsein für Frieden, Demokratie und Völkerverständigung zu stärken.
Stefan Raetz erläutert, wie Reisen zu den ehemaligen Schlachtfeldern und Kriegsgräberstätten dazu beitragen können, Geschichte erfahrbar zu machen. Gleichzeitig beschreibt er, warum Begegnungen zwischen Menschen aus verschiedenen Ländern und Generationen ein wichtiger Baustein für gegenseitiges Verständnis und ein friedliches Miteinander sind.
Die Folge zeigt, wie Erinnerungskultur und ehrenamtliches Engagement zusammenwirken können, um Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu schlagen.
In dieser Folge erfahren Sie:
✅ warum Stefan Raetz sich nach seiner Amtszeit weiterhin vielfältig ehrenamtlich engagiert.
✅ welche Erfahrungen ihn als Bürgermeister besonders geprägt haben.
✅ weshalb Verdun für die Erinnerungskultur eine besondere Bedeutung hat.
✅ wie die Partnerschaft des Friedens zwischen Rheinbach und Douaumont-Vaux entstanden ist.
✅ warum diese Partnerschaft keine klassische Städtepartnerschaft ist.
✅ welche Rolle Schülerinnen und Schüler bei der Erinnerungsarbeit spielen.
✅ weshalb Begegnungen an historischen Orten nachhaltige Eindrücke hinterlassen können.
✅ wie Ehrenamt den Zusammenhalt einer Stadt stärken kann.
✅ welche Bedeutung deutsch-französische Verständigung heute hat.
✅ wie aus der Erinnerung an Krieg Impulse für Frieden und Zusammenarbeit entstehen können.
Transkript anzeigen
00:00:05:
00:00:25: Herzlich willkommen zu Reingehört, einer neuen Folge vom Podcast der Stadt Rheinbach.
00:00:31: Es gilt heute die Verbindung zwischen vier Begriffen.
00:00:42: Bevor lange gerätselt wird, wer heute mein Gast ist löse ich das Rätsel auf und begrüße Stefan Reitz.
00:00:49: Herzlich willkommen!
00:00:52: Wir sprechen heute über ihr Engagement die Partnerschaft des Friedens und ihre Reisen nach Durmovo.
00:00:59: Es leben heute nur achtzig Einwohner da ungefähr.
00:01:02: Das sind zwei zerstörte Ortschaften.
00:01:05: Was war das?
00:01:07: Das Epizentrum bei der Schlacht von Verdun und beide Orte durften Wegen der Kontamination nie wieder aufgebaut werden.
00:01:15: Heute sind es Gedenkstätten.
00:01:17: und bevor wir das alles aber vertiefen, würde ich Sie gerne einmal kurz vorstellen.
00:01:23: Sie wurden in Flensburg geboren, leben aber seit vielen Jahrzehnten in Rheinbach.
00:01:28: Sie sind Volljurist und waren über zwanzig Jahre lang Bürgermeister der Stadt Rheinbach.
00:01:34: Für Ihre Verdienste wohnen sie vor drei Jahren zum Ehrenbürger ernannt Und Ihren Ruhestand nutzen Sie, um sich möglichst vielfältigst ehrenamtlich zu engagieren.
00:01:44: Es gibt glaube ich kaum einen Termin im Jahreskalender der Stadt an dem der amtierende Bürgermeister nicht in irgendeiner Funktion von Ihnen auf sie trifft und kurzum das Ehrenamtliche Engagement prägt ihren Alltag.
00:02:00: Auf die Frage nach ihrem Lieblingsort im Reihenbach haben Sie den Freizeitpark genannt?
00:02:05: Bevor wir zu den eigentlichen Themen Nämlich Ihrem ehrenamtlichen Engagement als Vorsitzender der Partnerschaft des Friedens im Bereich der deutsch-französischen Erinnerungskultur zu sprechen kommen, sind Sie auch fällig für ein paar Entwederoderfragen.
00:02:22: Herr Rätz, Milchreis mit Zimt und Zucker oder mit heißen Kirschen?
00:02:26: Dann lieber mit Zimm und Zucker!
00:02:28: Marktplatz oder Waldweg?
00:02:31: Waldweg
00:02:32: Ostsee oder Voreifel?
00:02:35: Ostsee
00:02:36: Wandern oder Fahrradtour
00:02:38: Wandern
00:02:40: Buch oder E-Book?
00:02:41: Buch
00:02:42: Sachbuch oder Roman?
00:02:45: Sachbuch
00:02:46: Freddy Schenk oder Professor Birne?
00:02:49: Freddy Schenck
00:02:50: Spaziergang mit Dackeldame Susi, oder Ehrenamtliches Engagement.
00:02:55: Dackeldamesusie gewinnt.
00:02:59: Ein freier Sonntag oder ein voller Terminkalender
00:03:03: Lieber ein freier Sontag?
00:03:05: Papierkalender oder Smartphone?
00:03:09: Smartphone
00:03:10: Planung oder Spontanität?
00:03:13: Planung.
00:03:15: Vertrauen- oder Kontrolle?
00:03:17: Vertrauen, natürlich!
00:03:18: Kleiner Gesprächskreis oder großer Festzahl?
00:03:22: Kleiner Gesprächskreis
00:03:23: Bürgermeister oder Ehrenamt?
00:03:26: Ihren Amt?
00:03:29: Ja sie waren über zwei Jahrzehnte Bürgemeister vom Rheinbach.
00:03:33: und wenn Sie heute ja mit etwas Abstand auf diese Zeit blicken... Welche drei Momente haben Sie als Mensch am stärksten geprägt?
00:03:46: Ja, vor allen Dingen die Begegnungen mit Menschen.
00:03:50: Das macht dieses Amt aus.
00:03:52: Viele denken ach da verwaltet einer im Rathaus irgendwas.
00:03:56: aber Die Begegnung mit Menschen war für mich immer das Besondere, dass besonders prägende auch weil man dort sehr viel auch wie wir Neudeutsch sagen Feedback bekommen hat zu dem was wir tun oder tun sollten, dann besonders war für mich auch die Entwicklung der Stadt seit Mitte der neunziger Jahren.
00:04:18: Als ich nach Reimbach kam bis zu heutigen Zeitpunkt sehr bedeutend denn wir haben dort die Weichen für die Zukunft gelegt.
00:04:28: das Reimbach von Mitte-Ninzehundertneunzig bis heute hat sich doch sehr verändert aber ich meine sehr kontinuierlich und gut weitergewachsen.
00:04:42: Und dann als drittes sind es auch immer die Krisen, die ein in Erinnerung bleiben.
00:04:49: ich denke da natürlich vor allen Dingen an Corona Ich denke an die Flutkatastrophe ich denke aber auch An die Aufnahme vieler Geflüchteter In Reimbach.
00:05:00: das waren drei besondere Krisensituationen Die ich miterleben durfte.
00:05:07: gezeigt haben, wie wichtig es auch ist hier mit dem Zusammenhalt, den wir in Rheinbach leben diese Krisen zu meistern.
00:05:19: Sie hätten nach Ihrer Amtszeit auch sagen können jetzt reicht's.
00:05:24: stattdessen engagieren sie sich in vielen Ehrenämtern und mit besonderem Einsatz vor allem für die Partnerschaft des Friedens.
00:05:35: Was hat sie dazu bewogen, gerade dieses Kapitel aufzuschlagen?
00:05:40: Ich habe in meiner Amtszeit sehr viel Ehrenamt erlebt.
00:05:43: Ich hab immer versucht auch dem Ehrenamt den nötigen Platz zu geben in der Stadt.
00:05:48: Wer mit guten Ideen kam durfte sie auch umsetzen.
00:05:52: und ich habe dieses Ehrenabend lieben gelernt weil ich gemerkt habe dass das eigentlich der Kit des Zusammenhalts in einer Stadt ist Bürgermeister gewesen zu sein in dieser schönen Stadt, dass ich mir dann auch gesagt habe jetzt gibst du auch was zurück im Ehrenamt und das tue ich vielfältig.
00:06:16: In Reimbach vom Sommerkino über Kultur am Hof den Lions Club die Bürger Stiftung Förderverein der Glasfachschule aber eben auch der Partnerschaft des Friedens Und dies ist mir nochmal ein ganz ganz besonderes Anliegen mit der Partnerschaft des Friedens.
00:06:35: Und warum?
00:06:36: Gerade Frankreich, Verdun, warum diese Themen?
00:06:41: Das hängt damit zusammen dass ich schon als Vorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräber für Sorge Anfang der zweitausende Jahre in Verdun war dort dann jedes Jahr wieder hingefahren bin auf das Schlachtfeld und die Kriegskräberstätten und da gemerkt habe wie wichtig es ist dies wirklich mal zu sehen, zu erleben ja auch mitzumachen welche Gefühle sich dann entwickeln wenn man dort steht und es vor allen Dingen jungen Menschen zu öffnen.
00:07:16: Wir alle wissen das bei uns eher der Zweite Weltkrieg im Fokus auch der Schule aber auch des eigenen Erleben vielleicht noch über letzte Großeltern besteht Aber der erste Weltkrig nicht mehr so sehr.
00:07:32: Mir war es wichtig, dies als eine der Urkatastrophen auch des Jahrhunderts den Schülern vor Augen zu führen.
00:07:41: Denn das was man dort sieht prägt einen und das was Man dort sieht hilft ja die richtigen Entscheidungen auch für die Zukunft zu tun.
00:07:51: Und da sind wir auf unsere Jugend angewiesen.
00:07:54: und deswegen mein Ziel jeder Rheinbacher Schüler der Interesse dafür verspürt kann einmal in seiner Schullaufbahn nach Werder kommen.
00:08:08: Die Partnerschaft des Friedens basiert ja nicht auf wirtschaftlichen oder touristischen Austausch, sondern auf der gemeinsamen Erinnerung an Krieg und Frieden.
00:08:22: Im Grunde wird hier an der Basis Völkerverständigung betrieben.
00:08:28: Sie lässt sich ja nicht unbedingt in die Reihe von Städtepartnerschaften im herkömmlichen Sinne einreihen.
00:08:34: Welcher Kategorie würden sie Sie einordnen?
00:08:37: Ja, das ist keine klassische Städtepartnerschaft wie wir sie sonst kennen.
00:08:42: Das hängt alleine schon mit den, ich sag mal, dem Sinne fehlenden Einwohnern auf französischer Seite zusammen.
00:08:49: Denn Duomont-Vor haben zusammen sechsenachtzige Einwohner sicherlich deutlich weniger, wie wir es in Rheinbach mit unseren Gut-Achten-Zwanzigtausend Einwohnern haben.
00:09:02: Aber darauf kommt das nicht an.
00:09:03: Es kommt darauf an dass wir so ein gemeinsames Ziel auch haben in dieser Partnerschaft zwischen Durmont und Rheinbach nämlich dass wir uns dem Frieden auch verschrieben haben und für Völkerverständigung, für ein friedliches Miteinander, für einen Kennenlernen der jeweiligen Kulturen und der jeweiligen Sprache uns auch einsetzen.
00:09:28: Und das ist die Verbindung, die wir haben.
00:09:31: Die geht also viel weiter als nur zu sagen, der eine hat mehr Einwohner als der andere.
00:09:40: Sie fahren mit Schülerinnen und Schülern aber auch in Anführungszeichen erwachsenen Bürgerinnen und Bürgern.
00:09:50: Sehen sie oder erleben Anhand von Fragen oder Emotionen, die hoch kommen ja wahrscheinlich sehr große Unterschiede zwischen den Generationen.
00:10:01: Was beobachten Sie so?
00:10:04: Ja es ist zum Teil natürlich unterschiedlich aber dann auch in vielen Punkten gleich.
00:10:09: Natürlich sind Erwachsene, die zu den Schlachtfeldern Nachwärter mit mir reisen im Beinhaus sind auf dem großen Nationalfriedhof Auf einer deutschen Kriegsgräberstätte in den Fonds sind natürlich etwas Vorbereiteter, was die Jahre davor auch betrifft.
00:10:31: Weil man hat sich höchstwahrscheinlich schon mal damit beschäftigt sei es über die eigenen Eltern oder im Bekanntenkreis.
00:10:40: Die Schüler sind allerdings auch gut vorbereitet weil alle drei weiterführenden Schulen dieses Angebot der Fahrten nach Durmont wohnen werden auch angenommen haben Und dies natürlich im Unterricht auch vorbereiten und auch nachbereiten.
00:10:56: Das ist auch wichtig dabei, denn die Schüler denken zunächst vielleicht noch es wäre ein netter Klassenausflug nur dass er mal woanders hingeht als das was wir sonst so kennen.
00:11:07: aber sie kommen mit unglaublichen Eindrücken Erlebnissen wie ich immer sage als Friedensbotschafter zurück Denn das was in Wer da mit jedem einzelnen Schüler passiert, ist schon etwas ganz Bewegendes.
00:11:26: Sie werden dieses Erlebnis dort für ihr Leben nicht vergessen und genau das wollen wir auch erreichen.
00:11:33: sie sollen erkennen dass Krieg Zerstörung Feindschaft Nicht die Zukunft Ist Auch wenn heute scheinbar wieder Krieg zur normalen politischen Leben dazugehört.
00:11:47: aber Sie sollten alles dafür tun, um als Friedensbotschafter in der nächsten Generation unserem Europa den Frieden auch zu sichern.
00:11:58: Und das tun sie auch!
00:11:59: Wenn man sieht dort... Und dort dann steht, dann wird man still.
00:12:21: Dann denkt man nach und weiß... Man ist an einem ganz besonderen Ort der mich selber auch dazu verpflichtet für die Zukunft etwas zu tun nämlich den Frieden zu bewahren.
00:12:37: Rheinfaktisch sie fahren ja mehrfach im Jahr und also meine Tochter ist auch schon mal mit gewesen Die war im November da, im Nebel.
00:12:47: Das ging durch und durch.
00:12:49: Sie sind aber auch noch zu allen Jahreszeiten da Und fahren glaube ich auch mit Schülergruppen auch mal mit dem Fahrrad dahin.
00:12:56: Ja wir strampeln uns für den Frieden ab.
00:13:00: Fingsten biete ich immer eine Fahrradtour von Reimbach aus an.
00:13:06: Auch da ist zu beobachten wie die Schüler sich wirklich über die Adennen anstrengen bis nach Verdern zu kommen, aber dies gerne tun und auch im Nachgang dazu sagen Menschen das war so eine tolle Tour.
00:13:21: Das war so ein interessantes Erlebnis.
00:13:23: können wir im nächsten Jahr wieder mitfahren Und in Anführung strichen sie Opfern dafür ihre kompletten Fingstferien.
00:13:31: Ansonsten Schülerfahrten zweimal manchmal dreimal im Jahr Zu allen Jahreszeiten.
00:13:37: jetzt war ich Im Sommer dadert hatten wir über vierzig Grad, das ist schon mehr als anstrengend.
00:13:45: Zumal wenn man in die Force hineingeht vor Duamon oder wir waren auch auf dem Rückweg im Vorhackenberg einer Maginoline hat zwar was mit einem zweiten Weg kriegt zu tun aber nicht minder interessant.
00:13:59: dort sind es dann zwölf Grad.
00:14:02: oder in der Zitadelle von Verdun wo man mit einer VR Brille und kleinen Wägelchen durchgefahren wird Dort sind es nur acht Grad und wenn man dann rauskommt Richtung einundvierzig Grad, dann spürt man noch mehr als das was man gesehen hat.
00:14:18: Aber zu allen Jahreszeiten im November haben wir manchmal auch Minusgrade und es ist grau, es ist nass.
00:14:23: aber dann erleben wir natürlich auch wie es damals den Soldaten in den Schützengräben gegangen ist.
00:14:29: Genau!
00:14:30: Im Sommer mit der Hitze, dem Durst und im Winter mit der Kälte die nicht wieder aus dem Körper raus gingen.
00:14:37: Alles das ist auch die Schlacht von Werder.
00:14:43: So oft wie sie da sind tauchen Sie ja vor Ort tief ein und begegnen Menschen, jungen Menschen noch Veteranfamilien, Historikern.
00:15:00: haben sie im Laufe der letzten sieben Jahre Veränderungen bei den Begegnungen festgestellt und ausmachen können?
00:15:08: Ja, also wir haben dort ganz ganz hohes Vertrauen.
00:15:12: Man ist erstaunt dass wir nicht eine Eintagsfliege sind sondern immer wiederkommen.
00:15:18: das zeugt auch von dem Respekt den wir natürlich ja auch unseren französischen Freunden entgegenbringen.
00:15:25: aber es zeigt den franzölischen freunden auch dass wir wirklich mit Überzeugung, nach Durmont-Vo und Nachwärter kommen weil wir einfach eine Botschaft haben.
00:15:37: Und heute ist es so dass wir dort wirklich mit offenen Armen empfangen werden das wir Teil auch der gemeinsamen Bestrebungen für mehr Völkerverständigung und für mehr Zusammenhalt sind.
00:15:52: Das zeigt sich alleine darin dass ja in dem Beinhaus nur eine einzige Stadt erwähnt ist, nämlich Rheinbach.
00:16:04: In dem Beinhaus steht oben eingraviert im Innenraum hier Gedenken, Rheinbach und Durmont wo ihrer gefallenen Soldaten?
00:16:18: Da steht nicht Berlin, da steht nicht München, da steht kein Nichtmal Paris oder eine andere Stadt, da dem Bereich, wo immer jährlich auch die Flamme für den unbekannten Soldaten entzündet wird mit dem Blickfeld dann da drauf.
00:16:40: Das ist schon eine besondere Ehre, die uns dort zuteil geworden ist und das bekommt man nur wenn man natürlich auch in der Tiefe mit den französischen Freunden auf der gleichen Wellenebene ist.
00:16:56: so hatte ich ja Wirklich die ganz, ganz besondere Ehre als zweiter Deutscher diese Flamme entzünden zu dürfen.
00:17:06: Erste war unsere Altbundeskanzlerin Angela Merkel und ich durfte dann als Zweiter diese Flammen entzinden.
00:17:15: Und das sind schon ganz, Ganz starke Gesten Die wir dort auch empfangen Genauso wie dem Empfang der Friedensmedaille von Verdun, die ich einmal erhalten habe und jetzt in diesem Jahr auch Peter Baus aus Reimbach der jährlich uns begleitet und als Militärhistoriker uns natürlich nochmal deutlich mehr erzählen kann.
00:17:48: Die letzten Zeitzeugen verschwinden ja?
00:17:53: Man kann sich fragen ob Erinnerungen irgendwann an Kraft verliert, beginnt dann unsere eigentliche Verantwortung?
00:18:04: oder sehen Sie das anders?
00:18:07: Wir haben die Verantwortung diese Erinnerung hochzuhalten.
00:18:12: Wir wollen mit den Erinnern an dem was dort in den trauener Tagen der Schlacht von Verdun schreckliches Unmenschliches passiert ist, wollen wir einfach dem Bogen zu heute spannen und sagen Passt uns auf, lasst uns gemeinsam aufpassen.
00:18:32: Dass sich sowas nicht nochmal wiederholt.
00:18:35: und das geht nur dadurch dass wir eben in Freundschaft im gegenseitigen Respekt Und mit einem geeinten Europa auch diesen Weg weitergehen.
00:18:45: Deswegen Wir müssen dran erinnern und wir werden weitererinnern Aber immer mit dem Ziel es heute besser zu machen und auch für die Zukunft dies nicht zu vergessen.
00:18:58: Ja, wenn man den Nachrichten folgt ist ja scheint der Frieden oft selbstverständlich zu sein bis er eben bedroht wird.
00:19:10: und seit dem Angriffskrieg auf die Ukraine hat das Thema Frieden in Europa wieder einen ganz neuen Stellenwert bekommen.
00:19:20: Hat sich ihre Arbeit und ihre Sicht auf die Partnerschaft seitdem verändert?
00:19:26: Sie hat mir noch mal gezeigt wie wichtig sie und dass wir genau zum richtigen Zeitpunkt auch diese Partnerschaft des Friedens eingegangen sind.
00:19:35: Denn tatsächlich war es so, das zu Beginn einige gesagt haben was willst du damit?
00:19:41: Ist doch alles lange her und brauchen wir doch nicht!
00:19:44: Lass doch mal Ruhe!
00:19:46: Das wird schon laufen in der Zukunft Aber... Alles das was auf der Welt aktuell passiert zeigt uns, dass ist eben nicht so ist.
00:19:56: Wenn jeder ein wenig auch in der Richtung etwas tun würde, uns noch mal vor Augen führt dass wir aus der Geschichte das Richtige lernen sollten dann wären glaube ich manche Konflikte die wir heute wieder offen durch Krieg austragen zu vermeiden gewesen.
00:20:16: und das ist einfach die Botschaft die wir heutigen noch haben.
00:20:21: Auch mit der Partnerschaft des Friedens Reimbach Duomovo
00:20:25: Ja Noch mal zurück zu den Ursprüngen und zur Rheinbach.
00:20:33: Der Palothina-Pater Franz Josef Ludwig, der im Alter von vierundachtzig Jahren gestorben ist war ja eine prägende Persönlichkeit für Rheinbach aber auch für die Partnerschaft des Friedens.
00:20:46: Können Sie kurz den Hintergrund erläutern?
00:20:49: Stichwort Lisa Dieu.
00:20:54: Was aus einer Begegnung mit ihm, was sie bis heute prägt?
00:21:00: Ja, Pater Ludwig war ganz wichtig auch für diese Partnerschaft des Friedens.
00:21:06: Obwohl er sie gar nicht mehr erlebt hat in seiner heutigen Ausprägung.
00:21:11: Aber ich glaube, er wäre und einer ist stolz auf die Partnerschaftes Friedens weil ihm auch junge Menschen sehr am Herzen gelegen haben als Lehrer am Palotti.
00:21:24: Er hat damals auf Anregung des Rheinbacher Bürgers Eric Scharrenbruch eine Skulptur gefertigt, eine Bronze-Skulptur Lesardieu der Abschied.
00:21:34: Da sieht man wie die Eltern ihre zwei Söhne ja ziehen lassen müssen aber nicht ziehen lassen wollen jedenfalls die Mutter nicht, der Vater schon vielleicht eher und gerade auch den älteren gegenüber dem ältering Sohn die möchten in den Krieg ziehen.
00:21:54: Und dieser Schmerz in den Augen, in den Gesichtern und diese Hoffnung auch bei den immer noch Kindern in den Augen.
00:22:04: das hat Pater Ludwig in der Skulptur Lisadieu sehr schön zum Ausdruck gebracht und sie steht im Beinhaus von Duamon vor dem deutschen Soldatenfriedhof im Vor Duamond und natürlich bei jeder Fahrt fahren wir dorthin halten einen toten Gedenken und ehren damit auch noch mal nicht nur die Gefallenen, sondern auch Pater Ludwig der diese Skulptur geschaffen hat.
00:22:35: Anlässlich fünfzig Jahre Elysée-Vertrag durften wir die zwei Tausend Dreizehn dann dort aufstellen.
00:22:44: das war aber auch ein langer Prozess von drei Jahren davor.
00:22:50: Da war er
00:22:52: persönlich dabei.
00:22:53: Um dies tatsächlich realisieren zu können, denn da war gerade so unsere Beziehungen zu Duomovo, zu Verdun, die vertieften sich und wurden immer besser, wurden immer persönlicher, hat auch etwas mit persönlichen Freundschaften zu tun.
00:23:12: Und es war für uns wirklich auch da eine Ehre dass wir ja im Jahr zwei Tausend Dreizehn die Skulptur dort aufstellen durften.
00:23:22: Die Partnerschaft des Friedens lebt ja davon, dass Menschen bereit sind sich auch konstruktiv mit der Geschichte auseinanderzusetzen.
00:23:35: Was braucht es aus ihrer Sicht damit Erinnerung nicht zu einem Pflichtprogramm wird sondern ist die Menschen wirklich berührt und damit nachhaltig das aufgenommen werden kann?
00:23:51: Man muss überzeugt sein und ich glaube jeder der mal vor Ort war gesehen hat die Schlachtfelder, die Knochen.
00:24:01: Die Toten, die Schützengräben, die Force das Leben damals dort diese unglaubliche Zerstörung jede Minute ein toter Millionen von Granaten die zum Teil täglich dort niedergingen, wer das einfach mal gesehen hat was das Ordner Landschaft macht der wird sicherlich anschließend sagen dass darf sich nicht wiederholen.
00:24:32: und dann ist Erinnerung wichtig um für die Zukunft ich sage es schonmal auch das Richtige zu tun.
00:24:40: Auch im Denken also auch in seinem persönlichen Denken über Vergangenheit und das heutige spielt das eine ganz, ganz wichtige Rolle.
00:24:50: Und wenn man dann auch noch dies weitererzählt und als Botschafter und das tun die Jugendlichen vor allen Dingen Wenn die von diesen Fahrten zurückkommen sagten wir Eltern Dann sprudeln sie einfach Von dem was Sie dort gesehen haben.
00:25:07: Das ist bei ich sage mal mehr Spaßfahrten Ganz anders.
00:25:12: aber hier bewegt sich das und dass ist auch etwas wo Ich mir sicher bin dass auch diese Schüler später zu ihren Kindern sagen werden, ich war mal in Werder.
00:25:23: Da müsst ihr auch hin.
00:25:25: Ja und es kommt was in Gang.
00:25:29: Sie haben in ihrem Leben viele Entscheidungen getroffen, deren Auswirkungen sofort sichtbar waren.
00:25:38: Und bei der Friedensarbeit ist das ja anders.
00:25:42: Frieden ist ja nicht unbedingt nur das Gegenteil von Krieg sondern tägliche Arbeit, Kompromisse finden und vor allem sich miteinander austauschen im Gespräch bleiben.
00:25:55: Kritik einstecken – die Wirkung zeigt sich oft erst über Generationen.
00:26:02: Empfinden Sie das als schwierig?
00:26:05: Natürlich ist es uns mal so auszubeücken nicht einfach aber jeden den wir zusätzlich erreichen wirklich für Frieden sich einzusetzen ist schon ein Gewinn und es ist der berühmte Marathonlauf.
00:26:23: Also das ist nichts, wo man sagen kann kommen da fahren wir jetzt alle einmal hin und dann ist alles in Ordnung und das wird schon eine gute Entwicklung alles nehmen.
00:26:33: so ist es nicht.
00:26:34: jeder muss sich immer mal wieder dessen auch bewusst werden was er dort erlebt hat gesehen hat weil die Bilder das ist ja heute gerade auch bei Jugendlichem wichtig Man muss etwas sehen und es auch real sehen.
00:26:47: Deswegen auch jetzt zu diesem Open-Air-Spektakel, die Flamme à la Lumière in dem alten Steinbruch von Odenville.
00:26:57: Dort wird die Schlacht-Umbaillardin mit Vierhundert Kompasen abends in der Nacht aufgeführt.
00:27:05: Da waren Sie im Rahmen der letzten Bürgerfahrt?
00:27:07: Ja,
00:27:07: da war ich im Rahmen meiner Bürgerfahrts, aber auch bei der letzten Schülerfahrt.
00:27:11: Das macht was mit denjenigen, die das dort erlebt haben.
00:27:14: Man ist noch viel näher dran und kann sich so ein bisschen vorstellen, wie grausam das gewesen sein muss.
00:27:22: Und wer dann einfach dies ausblendet und sagt interessiert mich alles nicht.
00:27:27: ja dem können wir wahrscheinlich sowieso nicht helfen.
00:27:30: aber es ist ein langer Weg.
00:27:32: aber jede kleine Frucht trägt dazu bei dass das sich wunderbar entwickelt
00:27:41: wenn wir jetzt in zehn oder fünfzehn oder zwanzig Jahren uns wieder treffen würden und sie blicken zurück.
00:27:51: Woran würden Sie erkennen, dass sich das Engagement gelohnt hat?
00:27:54: Also Sie haben eben schon gesagt, wenn Kinder die jetzt Kinder oder Jugendliche sind später als Eltern ihren Kindern davon berichten, das wäre ein Punkt.
00:28:03: aber gibt es noch mehr?
00:28:05: am schönsten wär's natürlich schon wer ist auch mal diese Botschaft, die wir rüberbringen wollen gar nicht mehr bräuchten Wenn es selbstverständlich wäre, Frieden steht ganz oben als Nummer eins bei uns auf der To-Do Liste.
00:28:21: Und wenn wir das erreicht hätten dann würde glaube ich es auch an der Zeit zu sagen brauchen wir die Partnerschaft des Friedens noch?
00:28:30: aber Ich bin nicht so optimistisch Wir werden sie weiterhin benötigen.
00:28:34: und je mehr sich gerade auch im Sinne dieser Partnerschaftesfriedenz für Frieden in Europa einsetzen und so besser können wir auch unsere Welt machen.
00:28:48: Und ich würde mich freuen, tatsächlich wenn dann schon die Kindeskinder dabei sind und sagen Auch wir sind davon überzeugt, auch wir wissen dass Frieden wichtig ist aber immer auf nicht ganz so stabilen Füßen steht.
00:29:06: Aber wir wollen dafür alles tun um dieses Fundament zu sein dass Frieden eine große Basis hat.
00:29:13: Vielen Dank, Herr Rätz!
00:29:14: Ich wünsche Ihnen alles Gute dabei weiter.
00:29:17: Vielen dank.
00:29:22: Das war Reingehört der Podcast der Stadt Rheinbach.
00:29:28: Seien Sie gespannt auf die nächsten Folgen.
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